Einfallsreichtum versus Expertise
Imageaufbau, Markenbildung, Verkausförderung – zu all dem kann Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ihren Beitrag leisten. Nur: Legt man PR in die Hände externer Profis oder gestaltet man sie selbst? (Artikel von Martin Bell)
Auszug aus dem Artikel:
(…) Abstrakter, erklärungsbedürftiger stellt sich das Business des IT-Dienstleisters Comsol dar. Der 1986 gegründete 20-Mann-Betrieb aus Eschborn nahe Frankfurt am Main versuchte sich zu Anfang in handgemachter Selbstvermarktung, mal mit Anzeigen in den Regionalausgaben von FAZ und Frankfurter Rundschau, mal mit der hauseigenen PR-Zeitung „ Comsol informiert“. Aber: „Zielorientierte Maßnahmen waren das nicht“, bekennt Vorstand Jens Walther. Entsprechend erfolglos versandeten die Bemühungen. Voriges Jahr beschlossen die Hessen sich Unterstützung von außen zu holen. Der Auftrag: Comsol als Marke „regional wie national präsenter im Markt zu platzieren“, so Walther, und das auf Grundlage strategischer Planung.
Die Wahl fiel auf Andreas Paersch. Der Mainzer Betriebswirt hat sich einen guten Ruf erworben als Experte für publikumswirksame Online-PR. „ Mein Plus ist, daß ich nicht betriebsblind bin, dass ich die Außenansicht auf eine Firma und ihre Besonderheiten einbringe“, erklärt Paersch. Was Management und Mitarbeiter als Selbstverständlichkeit betrachten, seien es Begriffe oder Services, offenbart sich aus dem Blickwinkel Außenstehender als PR-Problem oder, im günstigen Fall, als ungeahnter Vorsprung. Bei Comsol stieß Paersch auf gutdrauf-gutdran.de – eine Domain, die der Rheinland-Pfälzer kurzerhand aktivierte, und zwar für ein Kunden-Event, das im Mai zum dritten Mal stattfand. Den schlichten Wandertag verwandelte Paersch in eine Wohltätigkeitsveranstaltung unter dem Titel „Miles for Charity – Wandern für einen guten Zweck“ . Pro Teilnehmer und gelaufenen Kilometer spendet Comsol einen Euro. Mehr als 1000 Euro kamen in diesem Jahr zusammen, die an die Grundschule Westerbach in Eschborn gingen. Nicht gerade eine gigantische Summe, aber ein Betrag, über den sich jede der chronisch klammen Schulen hierzulande freut – und der als Mosaikstein im öffentlichen Erscheinungsbild der IT-Beratung dient.
Darüber hinaus erstellt Paersch alle sechs Wochen einen personalisierten E-Mail-Newsletter, den 600 registrierte Interessenten erhalten, und kümmert sich um einen durchgängige Corporate Identity, die das Unternehmen zu seinem 20-Jährigen Bestehen in einer Imagebroschüre erstmals festschrieb. Zum Jubiläum gab es ein Foto-Shooting sämtlicher Mitarbeiter das sowohl im Internet als auch als Großplakat in einem Gang des Firmensitzes abgebildet wurde. Markenbildung der originellen Art. Auch das kann PR leisten. (…)
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Auszug aus Zeitschrift Acquisa 08/2007
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