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Auf Facebook werben in einem Beitrag - ist das kennzeichnungspflichtig?

 

Einzelunternehmer nutzen die eigene Facebook-Fanpage, um in einem Beitrag auf die eigenen Leistungen hinzuweisen. Was ist dabei rechtlich zu beachten? Besteht eine Werbe-Kennzeichungspflicht?

#212125901 | © Aaron Amat - Fotolia.com
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Hallo, ich bin Andreas Paersch (=> Profil). Als Marketingberater unterstütze ich Selbstständige auf dem Weg zu einer erfolgreicheren Selbstvermarktung von "schlüsselfertiger" Website (Übersicht Angebote)  bis hin zu Seminaren & Schulungen (u.a. auch für JIMDO). In meinem Blog finden Sie Inspirationen und Hinweise für Ihre Marketingarbeit. Sichern Sie sich neue Artikel mit meinem Update-Service: ➦ Klicken Sie hier



In meiner Facebook-Gruppe "Marketing für Gesundheitsexperten" (Hinweis zum Umgang mit dem Datenschutz auf Facebook dazu siehe rechts) kam die Frage, wie denn mit der Kennzeichnungspflicht von Werbung umzugehen sei. Gestolpert war die Fragestellerin über den Videobeitrag auf Facebook (Link) der Kanzlei Keese-Haufs, in dem u.a. der Fall einer Influencerin (Erläuterung dazu im rechten Infokasten) aufgezeigt wurde. Die Empfehlungen im Video-Beitrag (mit meinen Worten zusammengefasst):

  • Trennungsprinzip bei Artikeln beachten: am besten entweder Werbung oder reiner Mehrwert
  • Wenn Werbeartikel, dann mit einem entsprechenden Hinweis kennzeichnen. Bspw. "#Werbung für Musterware"

Trennung von redaktionellen und werbenden Inhalten? Dies ist in verschiedenen Gesetzen geregelt (eine erläuternde Übersicht findet sich in www.wbs-law.de/internetrecht/....):

  • Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG)
  • Telemediengesetz 
  • Landespressegesetze
  • Rundfunkstaatsvertrag

Die Rechtsanwälte aus den o.g. Quellen beziehen sich in ihrer Stellungnahme auf die "Influencer". Diese unterscheiden sich zum "klassischen" Blogger oder Website-Betreiber wie folgt:

  • "Der klassische Influencer betreibt Profilseiten auf Instagram, Twitter, Facebook und Co., veröffentlicht meist spezifischen Content in Text-, Bild- oder Videoform für eine spezifische Zielgruppe und verfügt über eine bereits gewachsene Zahl von Fans und Followern. Zu diesen entwickelt er so eine Art persönlicher Beziehung. Influencer werden so zu Vorbildern ganzer Generationen und Zielgruppen."
    Quelle: www.wbs-law.de/internetrecht/...

Was für Influencer Geltung findet - ist dies dann auch für "normale" Selbstständige anzuwenden? Hierzu ein Ausschnitt aus einem Beitrag von Dr. Thomas Schwenke: 

  • "Ein Fall von Schleichwerbung kann nur dann vorliegen, wenn Verbraucher über die kommerzielle Motivation von Beiträgen und Empfehlungen getäuscht werden. Das ist jedoch nicht der Fall, wenn der kommerzielle Rahmen schon aufgrund der Eigenart eines Onlineangebotes erkennbar ist. So muss man sich zum Beispiel bei Produktempfehlungen in Social-Media-Profilen von Unternehmen oder in Corporate Blogs um die Werbekennzeichnung keine Gedanken machen. Auch wenn ein Freelancer erkennbar die eigenen Leistungen anpreist, wird niemand über die Werbeabsichten getäuscht."
    Quelle: blog.socialhub.io/...

Was ist Influencer Marketing?
"Influencer-Marketing (von engl. to influence: beeinflussen), auch Multiplikatoren-Marketing genannt, ist eine Disziplin des Online-Marketings, bei der Unternehmen gezielt Meinungsmacher (Influencer) und damit Personen mit Ansehen, Einfluss und Reichweite in ihre Markenkommunikation einbinden." Quelle wikipedia.org/wiki/Influencer-Marketing . Somit dreht es sich also um "Menschen im Rampenlicht" mit großer Reichweite (wir Älteren würden jetzt Fans sagen - alle Anderen definieren es mal als Follower). Wenn diese nun eine Empfehlung für ein Produkt aussprechen, so erhofft sich das werbende Unternehmen daraus einen Kaufanreiz für die anvisierte Käufergruppe.

Was ist Schleichwerbung?

Schleichwerbung bezeichnet laut ORF-Gesetz und deutschem Rundfunkstaatsvertrag „die Erwähnung oder Darstellung von Waren, eines Herstellers von Waren oder eines Erbringers von Dienstleistungen in Programmen, wenn sie vom Veranstalter absichtlich zu Werbezwecken vorgesehen ist und mangels Kennzeichnung die Allgemeinheit hinsichtlich des eigentlichen Zwecks dieser Erwähnung oder Darstellung irreführen kann.“ Die dramaturgisch nicht notwendige Produktplatzierung wird in der Regel mit Geld- oder Sachzuwendungen abgegolten. Quelle wikipedia.org/wiki/Schleichwerbung

Datenschutz und meine Facebook-Gruppe

Wenn Sie  noch nicht aktiv in Facebook sind oder  allgemein wissen wollen, wie ich mit  der Erfassung personenbezogener Daten in der Facebook-Gruppe umgehe, können Sie dazu mehr in der "Facebook-Datenschutzerklärung" erfahren. Oder Sie sprechen mich direkt an.


Es geht also um Klarheit und Transparenz als Basis der Wertschätzung gegenüber dem Kunden! Dies sollte sowieso das geschäftliche Leben als Grundsatz bestimmen - durch die Einführung der DSG VO Datenschutzgrundverordnung sind wir zusätzlich nochmal auf diese Anforderung sensibilisiert worden.

 

Wenn ich also auf meiner FB-Seite meine Leistungen bewerbe, werden damit keine Täuschungsabsichten unterstellt. Denn für den Leser sollte es klar, dass ich irgendwie auch meine eigene Arbeit vorstellen muss, um neue Kunden für mich zu werben. Sobald jedoch andere Produkte/Unternehmen ins Spiel kommen, muss immer klar herausgestellt werden, dass es sich dann nicht um eigene Produkte & Dienstleistungen dreht. Ein solcher Beitrag wäre dann auf alle Fälle als Werbebeitrag gekennzeichnet werden:

  • "Eine Werbekennzeichnung ist dann notwendig, wenn ein Beitrag wirtschaftlich von Dritten motiviert wurde"
    Quelle: Dr. Thomas Schwenke in blog.socialhub.io/...

Fazit: was nehme ich aus den Informationen mit:

 

  • Trennungsprinzip beachten, also Artikel mit Mehrwert oder Werbung.
  • Wenn es um meine eigenen Leistungen geht, muss ich diese nicht gesondert als "Werbung" kennzeichnen.
  • Bei einer Bewerbung fremder Produkte, Dienstleistungen oder Unternehmen ist dies in jedem Fall gesondert und deutlich (siehe Hinweise im Artikel von RA Schwenke) zu kennzeichnen.
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Update 28. Juli:  Bezieht sich der Artikel nur auf Fanpage in Facebook? Wie ist es denn, wenn ich einen Artikel/eine Information auf meiner privaten Facebook-Seite teile?

Antworten (nicht rechtsverbindlich):
a) Der Artikel orientierte sich auf das Bespiel eines eigenen Postings auf Facebook. Die Kennzeichnungspflicht ist aber unabhängig von den jeweiligen Veröffentlichungskanälen - hier muss man immer Sorgfalt walten lassen.
b) Teilen von Artikeln => dazu verweise ich auf nachfolgenden Artikel von RA Schwenke zum Thema Haftung: Link. Dort wird u.a.  unterschieden nach privat ausgerichteten bzw. kommerziell genutzten Links. Fraglich dabei für mich hier die Grenze zu finden: wenn ich auf Facebook auch gewerblich aktiv bin (u.a. mit eigener FB-Fanpage), wird folglich mein Facebook-Profil auch von meinen Geschäftskunden besucht => somit habe ich dort keinen Rein-Privat-Status mehr.


Disclaimer: Ich bin kein Rechtsanwalt. Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar. Eine Haftung ist ausgeschlossen. Holen Sie sich bei Bedarf Ihre persönliche Beratung direkt beim Rechtsanwalt Ihres Vertrauens.


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