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Änderungen im Facebook-Newsfeed: Supergau oder Riesenchance?

Eigentlich war es nur die Ankündigung eines Chefs. Ok – der Chef eines sehr sehr großen Kommunikations-Unternehmens. Doch dieser holte mit seiner Meldung gleich so viele Menschen aus der Reserve wie schon lange nicht mehr. Denn die Sichtbarkeit im Newsfeed von Facebook gilt als die Chance auf den großen Umsatz – hier „muss“ man doch dabei sein und "gesehen" werden!

 

Doch „einfach dabei sein“ scheint aufgrund der verkündeten Änderungen wohl zukünftig nicht mehr so leicht zu sein? Oder doch? Braucht es eine (neue) Content-Strategie?

Facebook will wertvolle News mit "der Lizenz zum Weitererzählen" (Bildquelle: Fotolia 164869333 | von Antonioguillem)
Facebook will wertvolle News mit "der Lizenz zum Weitererzählen" (Bildquelle: Fotolia 164869333 | von Antonioguillem)

Hallo, ich bin Andreas Paersch. Als Marketingberater und DEKRA zert. Fachkraft für Datenschutz unterstütze ich Selbstständige auf dem Weg zu einer nachhaltig erfolgreicheren Selbstvermarktung. Profitieren Sie von meinen Tipps aus meinem Newsletter (➦ Klicken Sie hier) und kommen Sie in meine exklusive Facebook-Gruppe.



Update des Artikels am 13.7.2019

Was änderte sich bei facebook?

Es geht um den sogenannten Facebook-Algorithmus. Dieser bestimmt, in welcher Reichweite und Reihenfolge die Beiträge im Newsfeed angezeigt werden. Facebook will hier zukünftig stärker den Nachrichten unter Freunden den Vorrang geben und so die Verbindungen von Person zu Person wesentlich stärken.

 

Facebook will damit zurück zum Ursprung seiner Plattform: in Verbindung kommen - in Verbindung bleiben - der Austausch unter Freunden!

 

Nachrichten von Fanpages ("Seiten") haben dann eine Chance, wenn sie Mittelpunkt eines Gesprächs zwischen Freunden sind und Potential für Interaktion haben. Seitenbetreiber sind damit aktuell gefordert, ihre Strategie komplett neu auszurichten. Denn Facebook setzt noch eins oben drauf – und fordert neben dem Dabeisein auch noch Interaktion!

Post von Marc Zuckerberg => mit einem Klick zu vergrößern (Quelle: Screenshot Facebook)
Post von Marc Zuckerberg => mit einem Klick zu vergrößern (Quelle: Screenshot Facebook)

facebook will interaktion

Einfach mal einen Film oder einen Beitrag konsumieren – aus Sicht des Nutzers eine tolle Sache. Aber aus Sicht einer Plattform wie Facebook nicht prickelnd, da die Plattform zur Passivität verurteilt wird und sich nicht weiterentwickeln kann. Denn nur mit einer aktiven Interaktion zwischen den Personen bleibt eine Community lebendig! Deshalb ist es verständlich, dass gerade diese Interaktion in Zukunft belohnt und solche News entsprechend höher bewertet werden sollen. 

Interaktion sind

  • Kommentare,
  • das Gespräch zwischen den Teilnehmern,
  • den Austausch „unter Freunden“,
  • das gegenseitige Helfen,
  • das Miteinander. 

FACEBOOK WILL ENTERTAINEMENT

Den Leser begeistern, erfreuen, einen wertvollen Input liefern – das ist Entertainment! Aber wie kann ich so etwas realisieren:

  • eine News aus der Branche, die hoch aktuell ist
  • eine Nachricht aus Deiner Region, die für Deine Wunschkunden auch spannend sein könnte
  • die Nachricht, die Du unbedingt Deinem besten Freund berichten mußt
  • eine Geschichte, mit der ich den Leser zum Schmunzeln bringe
  • Umfragen, bei welchen sich der Leser mit seinem Kreuzchen persönlich einbringen kann
  • Geschichten mit Emotionen, die Freude machen zu lesen und gerne weiter empfohlen werden ("Storytelling")
  • Halbprivates wie der Blick „hinter die Kulissen“.

Die News „von morgen“ sollte die wertvolle Nachricht unter Freunden sein, die es sich lohnt, weiter erzählt zu werden. 



Praxis-Tipp Facebook:
Bevor Sie einen POST veröffentlichen, prüfen Sie ihn bitte nochmal intensiv nach auf Rechtsschreibfehler oder Änderungen des Bildes. Sobald der POST von Ihnen live gestellt worden ist, gehen Sie bitte nicht mehr dran. Nach Information von verschiedenen Teilnehmern aus unterschiedlichen Facebook-Gruppen scheinen sich nachträgliche Änderungen an einem Post negativ auf die Reichweite auszuwirken. Ich kann dies nicht konkret bestätigen - da ich es jüngst wieder so gehört habe, gebe ich die Info hier weiter.


FACEBOOK-MARKETING BRAUCHT NEUE CONTENT-STRATEGIEN

Die schlechte Nachricht – den „goldenen“ Weg kann es nicht geben. Vielleicht hat jemand bei seiner Zielgruppe damit Glück – bei einer anderen Zielgruppe wirkt es überhaupt nicht. Auch kann der Lösungsweg letzte Woche noch geklappt haben – und nächste Woche schon gar nicht mehr. Es gilt, Wege auszuprobieren und seine Erfolge dabei intensiv zu messen. Die gute Nachricht - es gibt richtig gute Wege - und vielleicht morgen schon etwas ganz Neues, da sich das Angebot auf Facebook stets weiterentwickelt. Wichtig nur, es vor dem Einsatz auch mal zu testen und zu prüfen, ob es sich "gut anfühlt" für die eigenen Wunschkunden.

Authentische Posts

Es geht um Nachrichten, die Dich ausmachen. Nachrichten, mit Qualität. Hinweise, die Deine Kompetenz untermauern. News, über deren Verbreitung Du Dir vorher Gedanken gemacht hast. News, die Du als Leser dann Deiner besten Freundin oder Deinem besten Freund auch unbedingt weitererzählen musst.

 

Wir müssen uns zukünftig (endlich) wieder mehr Gedanken darüber machen, was wir veröffentlichen wollen (Redaktionsplan) und wie wir unseren Leser damit begeistern (Qualität vor Quantität). Und ich spreche jetzt nicht von Bildern vom Mittagessen, den Schnappschüssen von lustigen Momenten oder dem klassischen letzten Espresso vorm Abflug in den Urlaub (huhu Einbrecher – unsere Wohnung wäre dann jetzt zwei Wochen ohne Aufsicht...). Und auch nicht von den „erzwungenen“ Aufforderungen, Beiträge zu teilen oder zu liken – dies ist "Klick-Ködern" („Click-Baiting“) und wird von Facebook sogar abgestraft.


Reagieren

Es geht um Nachrichten, die Ihnen gefallen.

Nicht nur ein "Gefällt mir" geben, sondern nehmen Sie sich die Zeit, ein besonderes Emoji auszusuchen. Denn Facebook registriert dann, dass Sie sich hier länger beschäftigt haben und bewertet dies positiv.
Schreiben Sie einen kleinen Kommentar. Geben Sie dem Autor des Beitrags so Ihre Wertschätzung, dass er für diesen Beitrag recherchiert und ihn auch für Sie veröffentlicht hat. Gehen Sie auf andere Kommentare ein und unterstützen Sie so die Diskussion. Vorteil: a) Sie werden sichtbar(er) und zeigen sich als kompetenten Ansprechpartner und b) auch Facebook bewertet Ihren Einsatz positiv und schenkt Ihnen Reichweite für Ihre eigenen Beiträge.
Und klar gilt das auch für Ihre eigenen Posts: wenn sich schon jemand die Zeit genommen hat, Ihnen einen Kommentar zu schenken, dann reagieren Sie bitte auch darauf.


Facebook live

Es ist schon faszinierend, mit wie wenig technischer Infrastrukur man „auf Sendung gehen“ und dabei ein gigantisch großes Publikum ansprechen kann. Aber auch hier ist „Gehirnschmalz“ gefordert:

  • Ist das überhaupt mein Medium – kann ich mich da überhaupt vor der Kamera behaupten?
  • Hat meine Sendung Relevanz – kann ich mit meinen Inhalten überhaupt Interesse erzeugen?
  • Was ist das Ziel meines Einsatzes – wie messe ich die Effizienz?
  • Wie kann ich eine Regelmäßigkeit meiner LIVE-Videos gewährleisten? Es ist genial, wenn sich potentielle Zuhörer auf einen regelmäßigen  Termin einstellen können => "es ist Freitag vormittag - mal schauen, ob da wieder etwas interessantes für mich dabei ist"


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Bild:  628693 de.123rf.com | Nico Smit
Bild: 628693 de.123rf.com | Nico Smit


Facebook Gruppen

In einer Facebook-Gruppe kann ich Interessierte zu einem Thema versammeln und mit wertvollen Inhalten begeistern. Wenn dann ein Austausch auch zwischen den Teilnehmern stattfindet, kann dies schon eine große Sache werden. Aber (sorry, ich Spaßbremse...):

  • Eine Gruppe braucht ein strategisches Ziel – es muss mir klar sein, warum ich mich hier engagiere.
  • Eine Gruppe zu moderieren, braucht Zeit.
  • Viele Teilnehmer in der Gruppe zu versammeln ist schön, viele Teilnehmer in meinem E-Mail-Verteiler zu listen ist schöner! Sprich: wie begeistere ich meine Teilnehmer der Gruppe, sich in meine Listen (Newsletter, Freebies,..) einzutragen
  • Die Anzahl von Gruppen wird steigen – wie kann ich dann mit meiner Gruppe aus der großen Menge herausstechen und einen wirklichen USP („einzigartigen Verkaufsvorteil“) anbieten.

Werbeanzeigen

Haben Sie schon mal versucht, auf einem Wochenmarkt, Gewerbemarkt oder Fachmesse dabei zu sein, ohne die notwendigen Standgebühren zu zahlen. Aber auf dem Marktplatz von Facebook wollen wir dabei sein und kräftig Reichweite machen, ohne dafür zu zahlen? Ganz ehrlich – wir haben uns lange daran erfreut, dass unsere Neuigkeiten kostenfrei von Facebook im Newsfeed platziert wurde. Aber irgendwie muss Facebook diese Infrastruktur und seine Mitarbeiter auch bezahlen – allein mit kostenloser Dienstleistung ist da langfristig nichts zu machen.

 

Blöde nur, dass die Anzahl der Werbeplätze sich nicht erhöhen wird – in Folge müssen wir mit höheren Werbeausgaben (Anzeigenpreise bilden sich im Sinne eines Auktionsverfahrens aus) rechnen. Ergo – hier muss jeder im Einzelfall prüfen, ob für diese Ausgabe Platz in seinem Marketingbudget ist und wie der Erfolg der Anzeige auch ganz klar nachgewiesen werden kann. Möglich, dass es andere Plattformen gibt, wo das eigene Marketingbudget ggf. besser platziert ist. Aber wenn ich eine Anzeige aufsetze, sollte ich immer im Hinterkopf haben, dass ich mit Facebook primär ein Instrument des Kontaktaufbaus und Vertrauensaufbaus habe - das eigentliche Verkaufen kann immer erst danach erfolgen.


DIE EIGENE WEBSITE – DAS COCKPIT ALLER MARKETINGMASSNAHME

"Ich muss da was auf Facebook machen", höre ich immer wieder von meinen Kunden. Doch was passiert – wie im aktuellen Fall – wenn der Plattformbetreiber die Spielregeln ändert und ich mit meiner Strategie nicht mehr weiterkomme. Gemäß dem Motto: wenn Facebook hustet, bin ich erkältet. Deshalb: im Vordergrund aller Marketingaktivitäten sollte immer die eigene Website stehen – hier bin ich der Chef und kann die Regeln bestimmen. Hier kann ich hochwertigen Content aufbauen und bereitstellen – hier kann ich für Freebies (kostenfreie Angebote), Newsletter und anderen Angeboten werben, um so meine E-Mail-Listen aufzubauen und einen nachhaltigen Adressbestand für weitergehende Aktivitäten zu haben. Je mehr ich mit meinem Content „glänzen“ kann, umso besser werde ich auf anderen Plattformen auch als kompetenter Gesprächspartner wahrgenommen. Deshalb: eine gute Social-Media Strategie muss immer auf einer gut organisierten Website aufbauen und kann so Teil eines umfassenden Marketingkonzepts werden.

FAZIT: DIE NEUE (?) FACEBOOK-STRATEGIE

Supergau - nein, es ist eine Riesenchance! Die aktuellen einschneidenden Veränderungen im Newsfeed von Facebook haben uns kräftig durchgerüttelt und daran erinnert, dass wir selbst der Chef über unsere Marketingmaßnahmen sein müssen. Zu oft haben wir unsere Websites stiefmütterlich behandelt, nur um in Facebook oder einem bestimmten Social Media Kanal dabei zu sein – leider ohne uns über die Nachhaltigkeit unserer Handlungen (=> Aufbau E-Mail-Verteiler) klar zu sein. Dabei wird auch deutlich, dass wir unsere Marketingmaßnahmen viel zu sehr nach dem Kommunikationskanal ausrichten – ohne dabei ausgiebig zu prüfen, wer denn überhaupt der Wunschkunde sein soll, auf welchen Kanälen dieser aktiv ist und wo und wie ich am besten mit ihm ins Gespräch komme.


Wenn ich auf bezahlten Content bei Facebook setze, werde ich zukünftig ein größeres Budget benötigen – es bleibt kritisch zu hinterfragen, ob das erforderliche Budget vorhanden oder ggf. an einer anderen Stelle wesentlich besser platziert ist.

 

Gespräche mit Wertschätzung initiieren – dies wird immer mehr zum USP ("einzigartiger Verkaufsvorteil") in der Kommunikation! Nur wenn wir uns wie im „realen Gespräch“ auf Wertigkeit und Freude im Austausch besinnen, haben wir eine Chance, dass über unsere schriftlichen Nachrichten („News“) ausgiebig interagiert wird und wir so im Fokus des Interesses bleiben. So erreichen wir nachhaltige Interaktion! Dies gilt sowohl für unser privates Profil als auch für die Fanpage, die weiterhin als unser Firmenschaufenster Bestand hat. Dabei stärkt es unsere Sichtbarkeit, wenn wir auf so manchen LIKE verzichten, und statt dessen uns mit einem guten Kommentar in das Gespräch einbringen - auch dies gehört zur neuen Content-Strategie!


Ich habe Sie ins Grübeln gebracht, ob Ihre Social Media Strategie noch richtig ist?

Dann melden Sie sich bei mir und lassen Sie uns gemeinsam Ihren optimalen Weg entwickeln.

Ich freue mich auf Sie! => Termin mit Andreas Paersch abstimmen


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